UMSATZSTEUER BEI DER VERWALTUNG UNSELBSTÄNDIGER STIFTUNGEN

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8. Dezember 2025

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Betreff: Umsatzsteuer bei der Verwaltung unselbständiger Stiftungen

Bezug: BFH-Urteil V R13/22 vom 5. Dezember 2024

GZ: III C 2 - S 7100/00097/037/064

DOK: COO.7005.100.3.13620164

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(bei Antwort bitte GZ und DOK angeben)

Inhaltsverzeichnis

I.

Grundsätze des BFH-Urteils V R13/22 .............................................................................. 1

II.

Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses ............................................................ 2

Anwendungsregelung ......................................................................................................... 2

Schlussbestimmungen ........................................................................................................ 2

Nach Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt für die umsatzsteuerliche

Behandlung der Verwaltung unselbständiger Stiftungen Folgendes:

I.

Grundsätze des BFH-Urteils V R13/22

1

Mit Urteil vom 5. Dezember 2024 hat der BFH hinsichtlich der Umsatzbesteuerung bei der

Verwaltung "unselbständiger Stiftungen" entschieden, dass es für eine steuerbare

Verwaltungsleistung ausreicht, dass diese sich auf ein Sondervermögen bezieht, ohne dass es für

die Bejahung eines verbrauchsfähigen Vorteils beim Leistungsempfänger darauf ankommt, ob

dieser entgeltlich eigene Vermögensinteressen oder die Vermögensinteressen Dritter – wie etwa

gemeinnützige Interessen – verfolgt.

2

Für eine steuerbare Leistung nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG bedarf es neben einem unmittelbaren

Zusammenhang zwischen Leistung und einem Gegenwert auch eines Leistungsempfängers.

Dieser muss identifizierbar sein und einen verbrauchsfähigen Vorteil, der einen Kostenfaktor in

der Tätigkeit eines anderen Beteiligten am Wirtschaftsleben bilden könne, erlangen.

3

Für den BFH kann der Leistungsempfänger der Verwaltungs- und Beratungsleistungen des

Treuhänders der hinter der Stiftung stehende Stifter sein. Denn der BFH sah ihn als Empfänger

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des verbrauchsfähigen Vorteils an. Für die Bejahung eines verbrauchsfähigen Vorteils beim

Leistungsempfänger ist es unerheblich, ob dieser entgeltlich eigene oder fremde

Vermögensinteressen verfolgt. Danach kann eine steuerbare Verwaltungsleistung in Bezug auf

ein Vermögen gegeben sein, das zivilrechtlich im Eigentum des Verwalters steht, wenn es als

Sondervermögen besonderen Bindungen unterliegt, im Hinblick hierauf aber vom sonstigen

Vermögen des Verwalters getrennt zu halten ist und der Verwalter für seine Leistung ein Entgelt

erhält.

II.

Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses

4

Im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) vom 1. Oktober 2010, BStBl I S. 846, der zuletzt

durch das BMF-Schreiben vom 12. November 2025 - III C 2 - S 7410/00029/033/051

(COO.7005.100.2.13455129), BStBl I S. 1934, geändert worden ist, wird nach Abschnitt 1.1 Abs. 12

folgender Absatz 12a eingefügt:

„(12a) 1Sogenannte fiduziarische (unselbständige) Stiftungen werden in der Regel durch einen

Vertrag zwischen einem Stifter und einem Treuhänder errichtet. 2Der Stifter überträgt dabei

Vermögen an die Stiftung. 3Mangels Rechtsfähigkeit wird die Stiftung im Rechtsverkehr durch

den Treuhänder vertreten. 4Die unternehmerische Tätigkeit des Treuhänders umfasst nach den

Grundsätzen der Unternehmenseinheit (vgl. BFH-Urteil vom 16.12.2020 – XI R 13/19,

BStBl II 2022 S. 389) auch die Tätigkeit der unselbständigen Stiftung. 5Diese verfügt über keine

eigenen Organe, um auf Dauer im Namen der Stiftung nach außen auftreten zu können (vgl.

auch Abschnitt 2.2 Abs. 7).

6Die Verwaltung von fiduziarischen Stiftungen durch den

Treuhänder kann eine steuerbare und steuerpflichtige sonstige Leistung gegen Entgelt sein,

wenn ein entgeltlicher Vertrag mit dem Stifter besteht und das Vermögen als Sondervermögen

getrennt geführt wird, vgl. BFH-Urteil vom 05.12.2024 – V R 13/22, BStBl II 2025 S. XXX.“

Anwendungsregelung

5

Die Grundsätze dieses Schreibens sind in allen offenen Fällen anzuwenden.

6

Sofern eine fiduziarische Stiftung jedoch bisher als Unternehmerin behandelt wurde, z. B.

hinsichtlich Verwaltungsleistungen oder Vermietungsleistungen an fremde Dritte, wird es für

Zwecke der Umsatzsteuer nicht beanstandet, wenn die Stiftung bis zum Ablauf des

31. Dezember2026 weiterhin als Unternehmerin behandelt wird

Schlussbestimmungen

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.

Im Auftrag

Dieses Dokument wurde elektronisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.