STEUERBEFREIUNG NACH § 3 NUMMER 46 EINKOMMENSTEUERGESETZ (ESTG) UND PAUSCHALIERUNG DER LOHNSTEUERNACH § 40 ABSATZ 2 SATZ 1 NUMMER 6 ESTG

Bundesministerium der Finanzen, 11016 Berlin

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Oberste Finanzbehörden

der Länder

nachrichtlich:

Bundeszentralamt

für Steuern

Wilhelmstraße 97

10117 Berlin

Tel. +49 30 18 682-0

poststelle@bmf.bund.de

www.bundesfinanzministerium.de

11. November 2025

Betreff: Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 46 EStG und Pauschalierung der Lohnsteuer

nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG;

Steuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten

Bezug: Erörterung in den Sitzungen LSt II/2025 zu TOP 3 und LSt III/2025 zu TOP 7

GZ: IV C 5 - S 2334/00087/014/013

DOK: COO.7005.100.3.13213586

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(bei Antwort bitte GZ und DOK angeben)

Anwendungsregelung

Dieses Schreiben ist in allen offenen Fällen anzuwenden. Es ersetzt das BMF-Schreiben

vom 29. September 2020 (BStBl I Seite 972) und ist vorbehaltlich der Rn. 11 und 30 für den

Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2030 (§ 52 Absatz 4 Satz 21 und Absatz 37c EStG)

anzuwenden. Die monatlichen Pauschalen nach den Rn. 23 und 24 des BMF-Schreibens vom

29. September 2020 (a. a. O.) sind letztmalig auf den laufenden Arbeitslohn anzuwenden, der

für einen vor dem 1. Januar 2026 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf

sonstige Bezüge, die vor dem 1. Januar 2026 zufließen.

Nach Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gelten für die Anwendung der

einkommensteuerlichen und lohnsteuerlichen Vorschriften des Gesetzes zur steuerlichen

Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr vom 7. November 2016 (BGBl. I Seite 2498,

BStBl I Seite 1211) und des Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität

und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 12. Dezember 2019 (BGBl. I Seite 2451,

BStBl 2020 I Seite 17) die folgenden Grundsätze (Änderungen gegenüber dem BMF-Schreiben

vom 29. September 2020 (a. a. O.) sind durch Fettschrift hervorgehoben):

Inhaltsverzeichnis

1.

Überblick über die Regelungen

2.

Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 46 EStG

2.1

Steuerbefreiung des vom Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt gestellten Ladestroms

Seite 2 von 9

2.2

Steuerbefreiung der zeitweisen unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung einer

betrieblichen Ladevorrichtung an den Arbeitnehmer

3.

Steuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten

3.1

Ermittlung der tatsächlichen Stromkosten

3.2

Strompreispauschale

4.

Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG

4.1

Unentgeltliche oder verbilligte Übereignung der Ladevorrichtung

4.2

Pauschalierung der Lohnsteuer für Zuschüsse des Arbeitgebers

5.

Reisekosten

6.

Zusätzlichkeitsvoraussetzung

7.

Aufzeichnungen im Lohnkonto

1.

Überblick über die Regelungen

1

Mit dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr

vom 7. November 2016 (a. a. O.) wurden vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische

Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers oder

eines verbundenen Unternehmens (§ 15 des Aktiengesetzes - AktG) und für die zeitweise zur

privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung von der Einkommensteuer befreit

(§ 3 Nummer 46 EStG).

2

Der Arbeitgeber hat auch die Möglichkeit, die Lohnsteuer für geldwerte Vorteile aus der

Übereignung einer Ladevorrichtung sowie für Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeit-

nehmers für den Erwerb und für die Nutzung einer Ladevorrichtung pauschal mit 25 Prozent zu

erheben (§ 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG).

3

Voraussetzung ist jeweils, dass die geldwerten Vorteile und Leistungen sowie die Zuschüsse

zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, vgl. Rn. 39.

4

Die Regelungen gelten seit dem 1. Januar 2017 und ihr Anwendungszeitraum wurde mit dem

Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer

steuerlicher Vorschriften vom 12. Dezember 2019 (a. a. O.) bis zum 31. Dezember 2030 (§ 52

Absatz 4 Satz 21 und Absatz 37c EStG) verlängert.

2.

Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 46 EStG

5

Die Steuerbefreiung nach § 3 Nummer 46 EStG gilt für zusätzlich zum ohnehin geschuldeten

Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen eines Elektro-

fahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2, 2. Halbsatz

und Satz 3, 2. Halbsatz EStG an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers oder

eines verbundenen Unternehmens (§ 15 AktG) und für die dem Arbeitnehmer zur privaten

Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung.

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2.1

Steuerbefreiung des vom Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt gestellten

Ladestroms

a)

Elektrofahrzeuge

6

Elektrofahrzeuge im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2, 2. Halbsatz und Satz 3, 2. Halbsatz

EStG sind Kraftfahrzeuge, die ausschließlich durch einen Elektromotor angetrieben werden,

der ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern oder

aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern gespeist wird. Elektrofahrzeuge sind danach

z. B.:

a)

reine Batterieelektrofahrzeuge im Sinne des § 2 Nummer 2 Elektromobilitätsgesetz

(EmoG), bei denen es sich um Kraftfahrzeuge mit einem Antrieb handelt, dessen

Energiewandler ausschließlich elektrische Maschinen sind und dessen Energiespeicher

zumindest von außerhalb des Fahrzeugs wieder aufladbar sind und

b)

Brennstoffzellenfahrzeuge im Sinne des § 2 Nummer 4 EmoG, bei denen es sich um

Kraftfahrzeuge mit einem Antrieb handelt, dessen Energiewandler ausschließlich aus

den Brennstoffzellen und mindestens einer elektrischen Antriebsmaschine besteht.

7

Nach dem Verzeichnis des Kraftfahrtbundesamtes zur Systematisierung von Kraftfahrzeugen

und ihren Anhängern (Stand: März 2025) weisen danach folgende Codierungen im Teil 1, Feld 10

der Zulassungsbescheinigung ein Elektrofahrzeug in diesem Sinne aus: 0004 und 0015.

b)

Extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge

8

Extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2,

2. Halbsatz und Satz 3, 2. Halbsatz EStG sind Kraftfahrzeuge im Sinne des § 2 Nummer 3 EmoG

mit einem Antrieb, der über mindestens zwei verschiedene Arten von Energiewandlern,

davon mindestens ein Energiewandler als elektrische Antriebsmaschine, und

Energiespeichern, davon mindestens einer von einer außerhalb des Fahrzeuges befindlichen

Energiequelle elektrisch wieder aufladbar, verfügt. Extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge

sind z. B. sogenannte Plug-in-Hybridfahrzeuge.

9

Nach dem Verzeichnis des Kraftfahrtbundesamtes zur Systematisierung von Kraftfahrzeugen

und ihren Anhängern (Stand: März 2025) weisen danach folgende Codierungen im Teil 1, Feld 10

der Zulassungsbescheinigung ein Hybridelektrofahrzeug in diesem Sinne aus: 0008, 0010, 0012,

0019, 0022, 0024 bis 0031, 0033 und 0036.

c)

Elektrofahrräder und Elektrokleinstfahrzeuge

10

Zu den begünstigten Fahrzeugen rechnen auch Elektrofahrräder, wenn diese verkehrsrechtlich als

Kraftfahrzeug einzuordnen sind (z. B. gelten Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten

über 25 Kilometer pro Stunde (km/h) unterstützt, als Kraftfahrzeuge) sowie Elektrokleinstfahrzeuge

im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 1 Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung vom 6. Juni 2019 (BGBl. I

Seite 756); das sind insbesondere Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer

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bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht weniger als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h.

Die Überlassung solcher Fahrzeuge durch den Arbeitgeber ist daher nicht nach § 3 Nummer 37

EStG steuerfrei.

11

Aus Billigkeitsgründen rechnen vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen

von Elektrofahrrädern, die verkehrsrechtlich nicht als Kraftfahrzeug einzuordnen sind (u. a. keine

Kennzeichen- und Versicherungspflicht), im Betrieb des Arbeitgebers oder eines verbundenen

Unternehmens (§ 15 AktG) nicht zum Arbeitslohn. Die Billigkeitsregelung ist zeitlich nicht

befristet.

d)

Umfang der Steuerbefreiung

12

Begünstigt ist das Aufladen sowohl privater Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge des

Arbeitnehmers als auch betrieblicher Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge des

Arbeitgebers, die dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung überlassen werden.

13

Wird der geldwerte Vorteil aus der privaten Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu

privaten Fahrten typisierend nach der pauschalen Nutzungswertermittlung im Sinne des § 8

Absatz 2 Satz 2 EStG (1 %-Regelung) ermittelt, ist der geldwerte Vorteil für den vom Arbeitgeber

verbilligt oder unentgeltlich gestellten Ladestrom bereits abgegolten. Die Steuerbefreiung nach

§ 3 Nummer 46 EStG wirkt sich nicht aus.

14

Bei Anwendung der individuellen Nutzungswertermittlung im Sinne des § 8 Absatz 2 Satz 4 EStG

(Fahrtenbuchmethode) bleiben unter entsprechender Anwendung von R 8.1 Absatz 9 Nummer 2

Satz 17, 1. Halbsatz LStR 2023 Aufwendungen für den vom Arbeitgeber verbilligt oder

unentgeltlich gestellten, nach § 3 Nummer 46 EStG steuerfreien Ladestrom bei der Ermittlung

der insgesamt durch das Kraftfahrzeug entstehenden Aufwendungen im Sinne des § 8 Absatz 2

Satz 4 EStG (Gesamtkosten) außer Ansatz.

15

Die Steuerbefreiung ist weder auf einen Höchstbetrag, noch nach der Anzahl der begünstigten

Kraftfahrzeuge begrenzt.

e)

Aufladeort

16

Begünstigt ist der geldwerte Vorteil aus dem Aufladen an jeder ortsfesten betrieblichen

Einrichtung des Arbeitgebers oder eines mit dem Arbeitgeber verbundenen Unternehmens im

Sinne des § 15 AktG. Nicht begünstigt ist der geldwerte Vorteil aus dem Aufladen bei einem

Dritten oder - vorbehaltlich der Rn. 18 und 19 - an einer von einem fremden Dritten

betriebenen Ladevorrichtung im Sinne der Rn. 23 sowie das Aufladen beim Arbeitnehmer (vgl.

Rn. 22 und 34).

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f)

Anwendungsbereich

17

Die Steuerbefreiung gilt insbesondere für Ladestrom, den

- der Arbeitnehmer an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers bezieht,

- der Arbeitnehmer an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung eines mit dem Arbeitgeber

verbundenen Unternehmens im Sinne des § 15 AktG bezieht,

- ein Leiharbeitnehmer im Betrieb des Entleihers bezieht.

18

Soweit der Arbeitgeber die Stromkosten für das Aufladen des Kraftfahrzeugs des

Arbeitnehmers unmittelbar trägt, ist der Vorteil aus dem unentgeltlich oder verbilligt vom

Arbeitnehmer bezogenen Ladestrom auch dann steuerfrei nach § 3 Nummer 46 EStG, wenn

die genutzte Ladevorrichtung an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers

oder eines mit dem Arbeitgeber verbundenen Unternehmens (§ 15 AktG) von einem Dritten

nur für Zwecke des Arbeitgeberunternehmens oder des verbundenen Unternehmens

betrieben wird.

19

Steht die von einem Dritten an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers

oder eines mit dem Arbeitgeber verbundenen Unternehmens (§ 15 AktG) betriebene

Ladevorrichtung neben dem Arbeitgeberunternehmen auch weiteren Nutzern derselben

Liegenschaft, nicht aber fremden Dritten zur Verfügung und trägt der Arbeitgeber die

Stromkosten für die Nutzung der Ladevorrichtung durch den Arbeitnehmer unmittelbar, ist

der Vorteil aus dem unentgeltlich oder verbilligt vom Arbeitnehmer bezogenen Ladestrom

insoweit steuerfrei nach § 3 Nummer 46 EStG.

20

Die Steuerbefreiung gilt insbesondere nicht für die Abgabe von Ladestrom an:

- Geschäftsfreunde des Arbeitgebers und deren Arbeitnehmer,

- Kunden des Arbeitgebers.

2.2

Steuerbefreiung der zeitweisen unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung einer

betrieblichen Ladevorrichtung an den Arbeitnehmer

21

Steuerbefreit sind vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für die zur privaten Nutzung zeitweise

überlassene betriebliche Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge,

nicht jedoch deren Übereignung (vgl. Rn. 32).

22

Der von dieser überlassenen betrieblichen Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge oder

Hybridelektrofahrzeuge bezogene Ladestrom fällt nicht unter die Steuerbefreiung. Dies gilt

unabhängig davon, ob es sich um einen Stromanschluss des Arbeitgebers handelt oder ob der

Arbeitgeber die Stromkosten des Arbeitnehmers bezuschusst.

23

Ladevorrichtung für ein Elektrofahrzeug oder ein Hybridelektrofahrzeug im Sinne des § 6

Absatz 1 Nummer 4 Satz 2, 2. Halbsatz und Satz 3, 2. Halbsatz EStG ist die gesamte

Ladeinfrastruktur einschließlich Zubehör sowie die in diesem Zusammenhang erbrachten

Dienstleistungen. Dazu gehören z. B. der Aufbau, die Installation und die Inbetriebnahme der

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Ladevorrichtung, deren Wartung und Betrieb sowie die für die Inbetriebnahme notwendigen

Vorarbeiten wie das Verlegen eines Starkstromkabels.

24

Private Nutzung in diesem Sinne ist jede Nutzung der Ladevorrichtung durch den Arbeitnehmer

außerhalb der betrieblichen Nutzung für den Arbeitgeber. Steuerfrei ist daher auch die Nutzung

der zeitweise überlassenen betrieblichen Ladevorrichtung im Rahmen anderer Einkunftsarten

des Arbeitnehmers (z. B. der Arbeitnehmer lädt dort sein privates Elektrofahrzeug auf und fährt

zu seinem Vermietungsobjekt).

3.

Steuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten

25

Bei privaten Elektrofahrzeugen oder Hybridelektrofahrzeugen des Arbeitnehmers stellt die

Erstattung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten steuerpflichtigen Arbeitslohn

dar (vgl. Rn. 22).

26

Bei betrieblichen Elektrofahrzeugen oder Hybridelektrofahrzeugen des Arbeitgebers, die dem

Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung überlassen werden, stellt die Erstattung der vom

Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten einen steuerfreien Auslagenersatz nach § 3

Nummer 50 EStG dar. Zur Ermittlung der Höhe des steuerfreien Auslagenersatzes sowie des

auf den privaten Nutzungswert anzurechnenden Betrags für die vom Arbeitnehmer selbst

getragenen individuellen Stromkosten aus der Nutzung der häuslichen Ladevorrichtung gilt

Folgendes:

3.1

Ermittlung der tatsächlichen Stromkosten

27

Bei der Ermittlung der vom Arbeitnehmer für das Aufladen des betrieblichen Kraftfahrzeugs

selbst getragenen Stromkosten aus der Nutzung einer häuslichen Ladevorrichtung ist die

Strommenge mittels eines gesonderten stationären oder mobilen (beispielsweise wallbox-

oder fahrzeuginternen) Stromzählers nachzuweisen.

28

Maßgeblich ist in der Regel der individuelle (feste) Strompreis aus dem Vertrag des

Arbeitnehmers mit dem Stromanbieter. Neben dem Einkaufspreis für die verbrauchte

Kilowattstunde (kWh) Strom ist auch ein zu zahlender Grundpreis anteilig zu berücksichtigen.

Ein Nachweis des individuellen Strompreises im Rahmen eines Eigenbelegs durch den

Arbeitnehmer ist nicht zulässig. Es bestehen keine Bedenken, zur Ermittlung der vom

Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten bei einem Vertrag mit dynamischem Stromtarif

die durchschnittlichen monatlichen Stromkosten je kWh einschließlich anteiligem

Grundpreis zugrunde zu legen.

29

Soweit der Arbeitnehmer eine häusliche Ladevorrichtung nutzt, die auch durch eine private

Photovoltaik-Anlage gespeist wird, bestehen keine Bedenken, wenn zur Ermittlung der

häuslichen Stromkosten auf den vertraglichen (bei Nutzung eines dynamischen Stromtarifs

auf den durchschnittlichen monatlichen) Stromkostentarif des Stromanbieters für den

Haushalt des Arbeitnehmers abgestellt und dabei ein ggf. zu zahlender Grundpreis anteilig

mitberücksichtigt wird.

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3.2

Strompreispauschale

30

Es bestehen keine Bedenken, für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2030 zur

Vereinfachung der Ermittlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Stromkosten in allen

Anwendungsfällen (einschließlich der Anwendung bei dynamischem Stromtarif und bei

Nutzung einer privaten Photovoltaik-Anlage) den vom Statistischen Bundesamt halbjährlich

veröffentlichten Gesamtstrompreis für private Haushalte (Statistik-Code 61243-0001,

Durchschnittspreise einschließlich Steuern, Abgaben und Umlagen“) zugrunde zu legen.

Dabei ist für das gesamte Kalenderjahr auf den für das 1. Halbjahr des Vorjahres

veröffentlichten Gesamtdurchschnittsstrompreis einschließlich Steuern, Abgaben und

Umlagen (Wert bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh bis unter 15.000 kWh) abzustellen

(Strompreispauschale). Dieser Gesamtdurchschnittsstrompreis ist auf volle Cent abzurunden

und anschließend mit der nachgewiesenen geladenen Strommenge (vgl. Rn. 27) zu

multiplizieren. Das Wahlrecht zwischen den tatsächlichen Stromkosten und der

Strompreispauschale muss für das Kalenderjahr einheitlich ausgeübt werden

(Jahrespauschale). Durch die Strompreispauschale sind sämtliche Stromkosten des

Arbeitnehmers aus der Nutzung einer häuslichen Ladevorrichtung abgegolten.

Beispiel:

Der Arbeitnehmer nutzt im Kalenderjahr 2026 einen dynamischen Stromtarif. Die für das

Aufladen des betrieblichen Kraftfahrzeugs mittels eines gesonderten stationären oder

mobilen Stromzählers nachgewiesene Strommenge (vgl. Rn. 27) beträgt 3.000 kWh. Der vom

Statistischen Bundesamt für das 1. Halbjahr des Jahres 2025 veröffentlichte Gesamtstrompreis

(Statistik-Code 61243-0001, Durchschnittspreise inkl. Steuern, Abgaben und Umlagen) für

private Haushalte bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh bis unter 15.000 kWh beträgt

34,36 Cent.

Es ist entweder der durchschnittliche monatliche Stromkostentarif einschließlich anteiligem

Grundpreis oder die Strompreispauschale für das gesamte Kalenderjahr 2026 zugrunde zu

legen. Im Falle der Anwendung der Strompreispauschale ist ein Strompreis von 34 Cent je

nachgewiesener kWh (vgl. Rn. 27) maßgeblich. Der Auslagenersatz für das Kalenderjahr 2026

beträgt somit höchstens 1.020 Euro (3.000 kWh * 0,34 Euro).

31

Ein zusätzlicher Auslagenersatz der anhand von Belegen nachgewiesenen tatsächlichen

Kosten für den von einem Dritten (z. B. an einer öffentlichen Ladesäule) bezogenen Ladestrom

ist zulässig.

4.

Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG

4.1

Unentgeltliche oder verbilligte Übereignung der Ladevorrichtung

32

Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG mit einem

Pauschsteuersatz von 25 Prozent erheben, soweit er dem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin

geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt eine Ladevorrichtung für Elektro-

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fahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2, 2. Halbsatz

und Satz 3, 2. Halbsatz EStG übereignet. Somit kommt eine Pauschalierung nicht in Betracht,

wenn der Arbeitgeber die Ladevorrichtung zeitweise unentgeltlich oder verbilligt überlässt

(vgl. Rn. 21). Zum Begriff der Ladevorrichtung vgl. Rn. 23.

33

Es ist aus Vereinfachungsgründen nicht zu beanstanden, wenn als Bemessungsgrundlage der

pauschalen Lohnsteuer für die Übereignung der Ladevorrichtung die Aufwendungen des

Arbeitgebers für den Erwerb der Ladevorrichtung im Sinne der Rn. 23 (einschließlich

Umsatzsteuer) zugrunde gelegt werden.

4.2

Pauschalierung der Lohnsteuer für Zuschüsse des Arbeitgebers

34

Trägt der Arbeitnehmer die Aufwendungen für den Erwerb und die Nutzung (z. B. für die

Wartung und den Betrieb, die Miete für den Starkstromzähler, nicht jedoch für den Ladestrom)

einer privaten Ladevorrichtung selbst, kann der Arbeitgeber diese Aufwendungen bezuschussen

oder vollständig übernehmen und die Lohnsteuer nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG

pauschal mit 25 Prozent erheben. Die Pauschalierung der Lohnsteuer ist auch zulässig, wenn der

Arbeitgeber die Ladevorrichtung übereignet (vgl. Rn. 32) und die Aufwendungen des

Arbeitnehmers für die Nutzung der (nunmehr privaten) Ladevorrichtung bezuschusst.

35

Die Pauschalierung der Lohnsteuer ist begrenzt auf die Aufwendungen des Arbeitnehmers für

den Erwerb und die Nutzung der Ladevorrichtung im Sinne der Rn. 23.

36

Pauschale Zuschüsse des Arbeitgebers für die Nutzung einer privaten Ladevorrichtung des

Arbeitnehmers können pauschal besteuert werden, wenn die Aufwendungen für die Nutzung

regelmäßig wiederkehren und soweit der Arbeitnehmer die entstandenen Aufwendungen für

einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten im Einzelnen nachweist.

Die Pauschalierung der Lohnsteuer auf Grundlage des durchschnittlichen nachgewiesenen

Betrags ist in der Regel so lange zulässig, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern.

5.

Reisekosten

37

Nutzt der Arbeitnehmer sein privates Elektrofahrzeug oder Hybridelektrofahrzeug für Dienst-

fahrten, kann er anstelle der tatsächlichen Kosten die gesetzlich festgelegten pauschalen

Kilometersätze (§ 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 4a Satz 2 EStG) aus Vereinfachungsgründen auch

dann ansetzen, wenn der Arbeitnehmer nach § 3 Nummer 46 EStG steuerfreie Vorteile oder nach

§ 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG pauschal besteuerte Leistungen und Zuschüsse vom

Arbeitgeber für dieses Elektrofahrzeug oder Hybridelektrofahrzeug erhält.

38

Beim Ansatz der tatsächlichen Fahrtkosten (§ 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 4a Satz 1 EStG) sind

diese steuerfreien Vorteile oder pauschal besteuerten Leistungen und Zuschüsse nicht in die

Gesamtaufwendungen des Arbeitnehmers einzubeziehen.

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6.

Zusätzlichkeitsvoraussetzung

39

Voraussetzung ist, dass die geldwerten Vorteile und Leistungen sowie die Zuschüsse zusätzlich

zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Der steuerliche Vorteil ist damit

insbesondere im Rahmen von Gehaltsverzicht oder -umwandlungen ausgeschlossen

(§ 8 Absatz 4 EStG).

7.

Aufzeichnungen im Lohnkonto

40

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die steuerfreien Vorteile im Sinne des § 3 Nummer 46 EStG

im Lohnkonto des Arbeitnehmers aufzuzeichnen, vgl. auch § 4 Absatz 2 Nummer 4 Satz 1 LStDV.

Dies gilt aus Vereinfachungsgründen auch für Vorteile im Sinne des § 3 Nummer 46 EStG, die vor

dem 30. Juni 2020 gewährt wurden.

41

Erhebt der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG, sind

die Aufwendungen des Arbeitgebers für den Erwerb der Ladevorrichtung, die Zuschüsse des

Arbeitgebers und die bezuschussten Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Erwerb und die

Nutzung der Ladevorrichtung im Sinne der Rn. 23 nachzuweisen. Der Arbeitgeber hat diese

Unterlagen als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren.

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.

Im Auftrag

Dieses Dokument wurde elektronisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.